Beinwell, die orthopädische Pflanze

Beinwell bzw. Comfrey, für Haut, Knochen, Sehnen und Gelenke

Beinwell, auch als Comfrey oder Wallwurz bezeichnet, wird von April bis Oktober geerntet.
Er ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, wird aber von der Naturheilkunde sehr geschätzt. Schuld daran, dass Comfrey etwas in Vergessenheit geraten ist, könnte die Vergangenheit sein. Eine Anmerkung, was es damit auf sich hat am Ende des Beitrags, weil erst einmal die unbestrittenen Vorteil Erwähnung finden sollen.

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Inhaltsverzeichnis:
– Beinwell, Orthopäden sind begeistert
– Inhaltsstoffe von Comfrey
– Salben und Tinktur
– Nur äußerliche Anwendung + Hinweise
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Comfrey

Beinwell, das orthopädische Kraut

Das Kraut ist fast schon eine Art Allrounder und ist trotzdem vor allem dafür bekannt, was orthopädische Anwendungen angeht. Interessanterweise gibt es an die 20-40 mehr oder weniger gut dokumentierte Arten. Die Naturheilkunde beschreibt ebenso viele Verwendungsmöglichkeiten, die teilweise schon in der Antike bekannt waren. Man bezieht sich dabei auf den sogenannten „Echten Beinwell“:

    • Gelenkschmerzen
    • Muskelbeschwerden
    • Arthrose
    • Rheuma
    • Knochenbrüche
    • Knochenhautentzündung
    • Quetschungen
    • Entzündungen (äußerlich)
    • Wundheilung
    • Narbenheilung
    • Sehnenscheideentzündung
    • Schleimbeutelentzündung
    • Verstauchungen
    • Prellungen

Bereits Hildegard von Bingen setzte Beinwell ein, zudem ist in einer Studie Beinwellextrakt bei oberflächlicher Anwendung dem bekannten Diclofenac in der Wirkung quasi gleichgestellt worden. (Link)

Weitere Kräuter der Naturheilkunde

Apotheke der Natur - Kräuter

Inhaltsstoffe, insbesondere Allantoin

Als bedeutender Inhaltsstoff bei der Wundheilung ist Allantoin zu nennen. Die Kosmetik profitiert ebenfalls von Allantoin und macht sich dessen Eigenschaften zu Nutze. Beinwell sollte allerdings nicht auf offene Wunden aufgebracht werden.

Weitere bedeutende Inhaltsstoffe von Beinwell sind Cholin, Kieselsäure, Schleimstoffe und diverse Gerbstoffe. Insbesondere die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sorgt für folgende Eigenschaften:

    • durchblutungsfördernd
    • wundheilend
    • wundstillend
    • entzündungshemmend
    • antibakteriell
    • antiviral
    • abschwellend
    • schmerzlindernd

Beinwellsalbe

Beinwellsalbe und Beinwelltinktur

Zur Anwendung gibt es in erster Linie die berühmte Beinwellsalbe, die leider nicht mehr dieselbe ist wie früher aufgrund geänderter Vorschriften, als auch Beinwelltinktur. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben sind Beinwellprodukte nicht mehr so „potent“ wie früher, aber noch immer interessant.

Somit sind nicht nur Sportler von der Beinwellsalbe begeistert, die durch den Inhaltsstoff Kieselsäure zu schnellerer Regeneration verhelfen kann. Eine Daueranwendung mit Beinwellsalbe sollte nicht stattfinden

Die Beinwelltinktur ist konzentrierter und deshalb an Stellen im Einsatz, die nicht „offen“ sind. Somit ist die Verwendung nicht für offene Wunden und Abschürfungen, sondern eher für Gelenk- oder Muskelbeschwerden oder Knochenbrüche ohne offene Verletzung.

Echter Beinwell

Früher wurde Beinwell auch innerlich angewandt. VORSICHT!

Beinwell wurde früher auch innerlich „angewendet“ oder als Gewürzkraut, allerding sieht man heute davon ab, weil man die Gefahren besser kennt. Das liegt an den enthaltenen Alkaloiden, weil diese unter Umständen Probleme machen können. Extrahiert oder in hoher Dosis können diese schwere gesundheitliche Schäden verursachen, daher gibt es mittlerweile sogar Beschränkungen für Hersteller von z.B. Salben. Über diese Beschränkungen für äußerliche Anwendung besteht deshalb unter Fachleuten durchaus Diskussionsbedarf.

Auch ist eine Verwechslung mit dem giftigen Fingerhut leicht möglich, deshalb ist Beinwell demnach nur äußerlich zu verwenden! Es gilt ohnehin, nur Kräuter und Pflanzen selbst sammeln, die man ganz genau kennt. Wenn es zum Verwechseln ähnliche Pflanzen gibt, trifft das im Besonderen zu.

Hier gibt’s noch mehr praktisches Kräuterwissen

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Die Inhalte auf dieser Webseite stellen keine Gesundheits- oder Heilungsversprechen dar. Es werden lediglich die Erfahrungen aus der Naturheilkunde, Naturmedizin bzw. Volksheilkunde beschrieben. Die Inhalte erübrigen zudem nicht den Besuch beim Arzt oder Apotheker.

 

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